Institut für Palästinakunde
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Beschreibung (Dezember 2012)

Stop the JNF Der 'Jüdische Nationalfonds' (JNF/KKL) ist die älteste, bis heute bestehende, israelische Kolonial-Organisation, die im Jahr 1901 gegründet wurde.

Seit Anbeginn bestand seine Aufgabe darin Land aufzukaufen, die gegebenfalls auf dem Land befindlichen arabischen Pächter zu vertreiben und es mit Juden zu besiedeln, um so die territoriale Grundlage für den jüdischen Staat zu schaffen.

Bis zum sogenannten Unabhängigkeitskrieg im Jahr 1948 gelang es dem JNF eine Fläche von 936 Quadratkilometern unter seine Kontrolle zu bekommen.

Auf die durch den Krieg ermöglichte physische Entfernung von 750.000 Palästinensern - die zwingende Voraussetzung für die Gründung des jüdischen Staates in Palästina - folgte deren Enteignung.
Dazu erliess der israelische Gesetzgeber anfang der 50er Jahre Gesetze, die allein dazu dienten die vertriebenen Palästinenser zu enteignen und ihren Privatbesitz in den Besitz des Staates zu bringen.

Zu einem der Hauptprofiteure dieses Raubzugs wurde der JNF, der dem Staat den Grossteil des geraubten Landes abkaufte, so dass der JNF heute rund 2,500 Quadratkilometer, rund ein Achtel der der Landfläche Israels kontrolliert.

An seinen kolonialen, ethnisch diskriminierenden Statuten hielt der JNF dabei fest: Bis heute verpachtet er Land ausschliesslich an Juden. Seine Pachtverträge, die auch die Beschäftigung von Nichtjuden auf dem gepachteten Land ausschliessen, sehen bei Verstössen gegen diese Zweckbindung Strafen vor.

Trotz seiner räuberischen Vergangenheit, seiner andauernden ethnisch diskriminierenden Verpachtungspraxis und seiner gegenwärtigen Beteiligung an Programmen zur Zwangsumsiedlung von Beduinen im Negev, gehören der JNF und seine Projekte zu den Lieblingen der Vertreter der amtlichen 'deutsch-israelischen Freundschaft'.

Ein Lieblingsprojekt der 'Deutsch-Israelischen Gesellschaft' (DIG), der 'Gesellschaft für Christlich Jüdische Zusammenarbeit' (GCJZ) wie auch der 'Sozial-Demokratischen Partei Deutschlands' (SPD) ist der 'Wald der deutschen Länder', ein vorgeblich dem Umweltschutz dienendes Wiederaufforstungsprojekt im Norden des Negev, auf dem Boden vertriebener Beduinen.

Ein Projekt, dass sich aufgrund seiner Prominenz und der Beteiligung des JNF wie kaum ein anderes dazu eignet, um das von den Medien erzeugte Bild von der 'einzigen Demokratie im Nahen Osten' gründlich zu korrigieren.

Ergänzende Links:

Dossier: Jüdischer Nationalfonds: Apartheid, Vertreibung und Raub (ipk, 2013)
Die Machenschaften des JNF (palästinakommittee stuttgart, 2012)
Background Paper: The controversial land policies of the Jewish National Fund (JNews, 2010)
JNF: Colonising Palestine since 1901 - Introducing the Jewish National Fund (eBook, 2010)

   Homepage des 'Jüdischer Nationalfonds'.


Artikel auf www.ipk-bonn.de

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•   Webseite: 'Die Machenschaften des JNF' (27.10.2012)
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•   Offener Brief: 'Die 'Interkulturelle Woche' darf Profiteuren von Entrechtung und Vertreibung kein Podium bieten' (04.09.2012)
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