Institut für Palästinakunde
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Ägypten: Reloading Mubarak?! [26.07.2013]

Mubarakism Without Mubarak Die aktuelle Entwicklung in Ägypten scheint auf eine Erneuerung der aus der Mubarak-Ara bekannten Militärdiktatur hinauszulaufen, mit gravierenden Konsequenzen für die Palästinenser.

Indem sich die in vergleichsweise freien Wahlen an die Macht gelangten Muslimbrüder darauf verlegten ihre Macht zu festigten, ohne die ökonomische und soziale Krise aufzuhalten, die möglicherweise von den ökonomisch extrem einflussreichen Militärs künstlich verschärft wurde, lieferten die von Mubaraks Gefolgsleuten mit mitgesteuerten Massenproteste den Vorwand für das Militär, um den Präsidenten Mursi zu stürzen.

Die dadurch ausgelösten Unruhen sollen nun nach allem Anschein dazu genutzt werden, um den Notstand ausrufen, um so zu den diktatorischen Methoden der Mubarak-Herrschaft zurückkehren zu können.

Damit einher geht eine massive nationalistische Propaganda, die behauptet, dass die Unruhen von Ausländern - u.a. von Palästinensern, Syrern und anderen Agenten gesteuert würden.
Der grotesken Höhepunkt der Anschuldigungen besteht darin, dass dem gestürzten Präsidenten der Prozess gemacht werden soll, weil er 2011 von der HAMAS (!) aus dem Gefängnis befreit worden sein soll.

Begrüsst wird die Rückkehr zur Militärdiktatur nicht nur von den Parteigängern Mubaraks und der saudischen Feudaldiktatur, sondern auch von den Israelis, die zurecht darauf bauen, dass ihre Wünsche bei den von den USA mit Milliarden Dollars versorgten Militärs auf offene Ohren treffen werden.

Das jüngste Beispiel für diese ägyptisch-israelische Kooperation ist die Zerstörung von nahezu 80% aller Versorgungstunnel, die von Rafah in den Gazastreifen führen.

 (ts)

Ergänzende Links:
Mubarakism Without Mubarak (J. Massad, cp)

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