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Presseerklärung der BDS-Gruppe-Berlin zum Abschluss der Proteste vor der 'Internationalen Tourismus Börse' [12.03.2012]

Pressemitteilung der BDS-Gruppe-Berlin PRESSEMITTEILUNG

Berlin, 11.März 2012

Etwa 30 Menschen beteiligten sich heute an einer Kundgebung der BDS-Gruppe Berlin vor dem Eingang der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin. BDS steht für die weltweite Kampagne für "Boykott, Desinvestition und Sanktionen", "bis Israel sich vollständig in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht verhält und seine Besatzung, Kolonisierung und Apartheidpolitik beendet.“ Diese Kampagne wird von zahlreichen palästinensischen zivilgesellschaftlicher Organisationen unterstützt.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Menschenrechtsverletzungen, für die erstens die israelische Regierung und zweitens das Regime des Inselstaates Bahrain verantwortlich gemacht wurden.
Die Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer, unter ihnen Menschen palästinensischer Herkunft, antifaschistischer Initiativen und Mitglieder der "Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost" kritisierten, dass das israelische Tourismusministerium auf der ITB ein geschöntes "Israel-Image" präsentiere. Zum Beleg stellten zwei Kundgebungsteilnehmerinnen in einer szenischen Lesung Aussagen von der Internetseite des israelischen Tourismusministeriums Berichten der israelischen Menschenrechts-organisation B'tselem gegenüber.

Besonders wurde die Firma "Ahava Cosmetics GmbH" kritisiert, die auch mit einem Stand auf der ITB vertreten war: " Ahava verspricht 'geheimnisvolle Schönheit vom Toten Meer'. Aber die wirklichen Geheimnisse sind hässliche Wahrheiten – die Rohstoffe zur Herstellung ihrer Produkte kommen tatsächlich aus der besetzten palästinensischen Westbank, hergestellt in der illegalen Kolonie Mitzpe Shalem", so die Veranstalterinnen und Veranstalter.
Sie prangerten auch die Unterdrückung der schiitischen Bevölkerungs-mehrheit in Bahrain an: Schiiten seien dort "überproportional von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen. Menschenrechtsorganisationen bezeichnen die Zustände sogar als Apartheid." Der Menschenrechtsaktivist Abdulhadi al-Khawaja sei in Bahrain nach schwerer Folter zu lebenslanger Haft verurteilt worden und befinde sich seit 31 Tagen im Hungerstreik. Die Demonstrantinnen und Demonstranten forderten seine und die Freilassung aller politischen Gefangenen in Bahrain.
An die Besucherinnen und Besucher der ITB erging die Aufforderung, keinen Urlaub "in diktatorischen Regimen" zu verbringen, und statt eines Urlaubs in Israel die besetzten palästinensischen Gebiete zu besuchen.

 (ts)

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