Institut für Palästinakunde
- IPK -

Start / Gesellschaft / Zensur / 2016112800

Markus Diersson: Bericht aus dem zionistischen Parallel-Universum im Bonner AStA [28.11.2016]

Antideutsche Wühlmäuse und Zensore in Bonn Die von einer Publikation des Bonner AStA veröffentlichte Rezension der Vorführung von Even though my land is burning in der Bonner ESG ist aus zwei Gründen sehr interessant.

Zum ersten gibt der Autor, ein Markus Diersson, einen intimen Einblick in die Wühlarbeit des Bonner AStA bzw. der "Liste undogmatischer Studenten (LUST) gegen die Aktivisten der BDS-Kampagne in Bonn.

Man erfährt so im Detail, mit welchen schmierigen Verleumdungen und Erfindungen es die eingebildeten Antifaschistischen vermochten die ESG und die Landeskirche davon zu überzeugen, dass die BDS-Kampagne eine antisemitische Kampagne sei. (Da die Führung der Landeskirche ein Hort des Zionismus zu sein scheint, war das wohl nicht allzu schwierig.) Und man lernt auch die Schmiere kennen, mit welcher Diersson et al. den israelische Regisseur Dror Dayan gegenüber der ESG einseiften - um ihn quasi zum Intifada-Messerstecher zu erklären.

Zum zweiten wird in diesem Beitrag auch der Zerrspiegel sichtbar, mit dem Dierrson und seine Genossen Israel betrachten. Ein Spiegel, in dem alles auf dem Kopf steht: in dem Israel nicht mehr jener unübersehbar rassistische - mit einer handvoll Vorzeige-Arabern drapierte - Kolonialstaat ist, sondern eine wahre Musterdemokratie, in der es den Palästinensern viel besser ginge, als in jedem anderen arabischen Land, so der Nahost-Experten Diersson.

Dass diese Musterdemokratie 1948 neunzig Prozent seiner palästinensischen Bewohner vertrieb, nach jahrelanger Planung und mit westlicher Hilfe, um in Palästina einen jüdischen Staat zu errichten - dass Millionen Palästinenser in der Westbank unter einer barbarischen Militär-Diktatur leben müssen - und dass in Gaza Millionen Palästinenser in einem Konzentrationslager als Vogelfreie leben (in dem Gaza, das ab 2020 nach UN-Angaben nicht mehr bewohnbar sein wird) - all das ist Diersson nicht der Rede wert.

Das liegt in der Magie des antideutschen Zerrspiegels, der es vermag Millionen entrechteter, ausgeraubter und vertriebener Palästinenser zum Verschwinden zu bringen. Und wenn diese Palästinenser doch mal im antideutschen Parallel-Universum auftauchen, dann als irrationale Judenhasser und HAMAS-Teufel.

Zu dem Film verliert Diersson übrigens kein Wort. Und das ist auch logisch ist, denn das was er darin zu sehen bekam, kann unmöglich widerspruchsfrei in sein verzerrtes Weltbild integriert werden.

 (ts)

Eine Über­sicht über un­sere ak­tuel­len Nach­rich­ten zum Thema Zen­sur fin­den Sie hier.

Eine Über­sicht über un­ser Nach­richten-Archiv zum Thema Zen­sur fin­den Sie hier.

© IPK