Institut für Palästinakunde
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An den Vorsitzenden des DGB und den BA-Verwaltungsrat: "Gleichbehandlung israelischer und palästinensischer ArbeitnehmerInnen in Israel!" [29.07.2020]

Palästinensische Arbeiter allmorgendlich im Checkpoint Bethlehem (© Anne Paq) Offener an den DGB-Vorsitzenden Rainer Hoffmann und die Mitglieder des DGB-Bundesvorstands Annelie Buntenbach, Stefan Körzell und Anja Piel (19. Jun 2020)

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen im Geschäftsführenden DGB-Bundesvorstand,

als Mitglieder der GEW-AG Palästina/Israel in der GEW Rhein-Neckar-Heidelberg wenden wir uns in folgender Sache an Euch: Es geht um die Forderung nach Gleichbehandlung aller in Israel Arbeitenden, Israelis und Palästinenser aus den besetzten palästinensischen Gebieten.

Im Anhang 1 senden wir Euch einen von 29 europäischen Gewerkschaften unterzeichneten englisch abgefassten Brief an den Internationalen Gewerkschaftsbund. Wenn Euch das Schreiben bereits von anderer Seite zugegangen ist, bitten wir, die Zweitsendung zu entschuldigen. Wegen der Wichtigkeit des Inhalts fügen wir eine deutsche Übersetzung bei (Anhang 2).

In ihrem Brief weisen die unterzeichnenden Gewerkschaften darauf hin, dass in Israel israelische ArbeitnehmerInnen und palästinensische ArbeitnehmerInnen aus dem Westjordanland ungleich behandelt werden. Das führt in Corona-Zeiten zu besonders schwerwiegenden Benachteiligungen für die Palästinenser. In dem Brief wird im Einzelnen aufgeführt, worin die Ungleichbehandlung besteht, und gefordert, dass entsprechend den ILO-Konventionen 100 und 111 israelische ArbeitnehmerInnen und ArbeiternehmerInnen aus den palästinensischen Gebieten die gleiche Behandlung erfahren und die gleichen Vergünstigungen erhalten, da von ihnen ja auch jeweils Beiträge erhoben werden..

Da in dem Brief an den Internationalen Gewerkschafsbund moniert wird, dass die israelische Gewerkschaft Histadrut nichts gegen die Diskriminierung der PalästinenserInnen unternimmt, und da uns bekannt ist, dass zwischen DGB und Histadrut langjährige enge Beziehungen bestehen, wenden wir uns mit der Weiterleitung und Übersetzung des Briefes an Euch. Wir bitten Euch, Euch nachdrücklich dafür einzusetzen, dass sich Eure israelische Schwestergewerkschaft Histadrut entsprechend ihrem gewerkschaftlichen Auftrag und entsprechend den ILO-Konventionen 100 und 111 für die Gleichbehandlung aller im Staat Israel Arbeitenden, Israelis und Palästinenser, einsetzt.

Für eine Mitteilung, was Ihr unternehmen werdet, wären wir Euch dankbar.

Mit gewerkschaftlichen Grüßen

Agnes Bennhold, Jürgen Glökler
(AG Palästina/Israel in der GEW Rhein-Neckar-Heidelberg)

 (ts)

Ergänzende Links:
Joint Open Letter from European trade unions - Histsdrut's dicrimination of Palestinian workers (ETUN)
Gemeinsamer Offener Brief europäischer Gewerkschaften - Histadruts Diskriminierung palästinensischer Arbeiter (ETUN)

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