Institut für Palästinakunde
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Protest gegen Aufritt von israelischer Theatergruppe in Bonn [21.05.2015]

They dance for Apartheid!
'Kibbutzim Contemporary Dance Company'

They dance for Apartheid! - 'Kibbutzim Contemporary Dance Company' Wir - Kameraden, Freunde und Angehörige von Palästinensern in Israel, der Westbank und in Gaza - protestieren gegen den Auftritt der 'Kibbutzim Contemporary Dance Company' in Bonn.

Wir protestieren nicht gegen israelische Künstler per se, sondern gegen eine eng mit dem israelischen Staat verzahnte Organisation: Gegen die 'Kibbutzim Contemporary Dance Company' (KCDC), die sowohl vom israelischen Kultur- als auch vom Aussenministerium gesponsort wird, um Israel den Anschein eines westlichen, demokratischen Rechtsstaats zu geben.

"Wir werden bekannte Schriftsteller und Autoren, Theatergruppen, Ausstellungen nach Übersee schicken", erklärte Arye Mekel, der stellvertretende Generaldirektor des Ministeriums für kulturelle Angelegenheiten. "Auf diese Weise zeigen wir Israels hübschere Seite, so dass wir nicht nur in einem kriegerischen Kontext gesehen werden." (New York Times, 18.03.2009)

„KCDC ist einer der führenden Botschafter Israels. … eine der bekanntesten Tanzgruppen in Israel und der ganzen Welt …“ (Kibbutzim Contemporary Dance Company-Webseite, 2015)

Israel ist jedoch weder ein Rechtsstaat noch eine Demokratie: Für Palästinenser mit israelischer Staatsbürgerschaft (!) ist Israel ein Apartheidsstaat, für Palästinenser in der Westbank ist es eine Militärdiktatur und für die Palästinenser in Gaza ein genozidales Terror-Regime. Allen Inkarnationen Israels gemeinsam ist das Ziel, die Palästinenser mit mehr oder weniger bru­taler Gewalt auszurauben, zu vertreiben und an ihrer Stelle Juden anzusiedeln.

Bei unseren Recherchen fanden wir keinen Beleg für eine ernsthafte Opposition der 'Kibbutzim Contemporary Dance Company' gegen den Umgang Israels mit den Palästinensern, was uns in unserem Protest gegen den Auftritt nochmals bestärkt hat.

Grundlage unseres Protests ist die 2005 aus der palästinensischen Zivilgesellschaft hervorgegangene 'Boycott, Divestment and Sanctions'-Bewegung, kurz BDS-Bewegung. Sie fordert Israel - nach dem Vorbil d Südafrikas - einem umfassenden Boykott auf ökonomischer, aka­de­mischer und kultureller Ebene zu unterwerfen, bis es die Besatzung aufgibt, den Palästinensern die vollen Menschen- und Bürgerrechte zuerkennt und die Rückkehr oder/und Entschädigung der seit 1948 vertriebenen Palästinenser ermöglicht.

Zu den Künstlern, Filmregisseuren, Schriftstellern und Wissenschaftlern die sich dieser Forderung angeschlossen haben, gehören Roger Waters, Nigel Kennedy, Alain Platel, Ken Loach, Gil Scott Heron, Mike Leigh, Stephen Hawking, Alice Walker, Russell Banks, John Berger, Dr. Desmond Tutu, Mairead Maguire (Nobelpreisträgerin), Carlos Santana, Iain Banks, Eric Burdon, Saif Keita, Cassandra Wilson und viele andere.

Hiermit möchten wir Sie bitten, sich für die Einhaltung Menschenrechte, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Israel einzusetzen und sich der BDS-Bewegung anzuschliessen.

 (ts)

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